Ölbasierte Wirkstoffe, Additive und ölhaltige Komponenten lassen sich selten in der Form verarbeiten, in der sie geliefert werden. Sie brauchen einen Feststoff, der sie aufnimmt, hält und handhabbar macht: ein Trägermaterial. In Anfragen aus Formulierungs-, Schmierstoff- und Spezialchemieentwicklung kommt DEUREX PURE für diese Rolle zur Sprache. Dieser Beitrag zeigt, welche Anforderungen ein Trägermaterial erfüllen muss, welche Fragen vor dem ersten Versuch geklärt sein sollten und wie ein Prüfweg aussieht, der belastbare Aussagen liefert. Die übergeordnete Einordnung des Materials mit allen Feldern, die wir mit Anwendern prüfen, steht unter DEUREX PURE als Füllstoff und Trägermaterial.
Was Trägermaterial in diesem Zusammenhang bedeutet
Trägermaterial heißt: Ein Feststoff nimmt eine flüssige, ölbasierte Komponente auf und hält sie so, dass sie lagerfähig, dosierbar oder in einen Prozess einbringbar wird. Die Komponente bleibt dabei eine Komponente. Sie wird getragen, nicht ersetzt.
Andere Rollen sind hier nicht gemeint. Lösen, Emulgieren, chemisches Reagieren: dafür sind andere Rohstoffe üblich. Wer ein Trägermaterial prüft, prüft zuerst das Halten und das spätere Verhalten der getragenen Komponente.
Was für DEUREX PURE belegt ist
- Form: weißes, loses Faservlies (Wachswatte), kein Granulat und kein Streumittel im klassischen Sinn.
- Verhalten gegenüber Wasser: hydrophob, schwimmt auch im ölgesättigten Zustand auf Wasser und lässt sich rückstandslos von der Oberfläche abnehmen.
- Aufnahme: 6,55 l Öl je kg, geprüft im DEKRA-Prüfbericht Nr. 55251253/15.
- Auszeichnung: DEUREX PURE wurde 2017 mit dem European Inventor Award ausgezeichnet.
Für die Planung wichtig: Diese Kapazitätsangabe gilt für Öl. Für andere ölbasierte Komponenten mit abweichender Viskosität, für Additive oder für Gemische liegt keine Kapazitätsangabe vor. Aussagen zur biologischen Abbaubarkeit, zu Temperaturgrenzen und zur Beständigkeit gegenüber einzelnen Chemikalien treffen wir nicht. Datenblatt, Sicherheitsdatenblatt und die Liste geprüfter Ölbindemittel finden Sie im Effizienzcheck zu DEUREX PURE. Wie sich das Faservlies von Granulat und flüssigen Bindemitteln unterscheidet, erklärt der Ratgeber Ölbindemittel im Vergleich: Granulat, Vliesmatte und flüssig.
Anforderungsprofil: neun Fragen vor dem ersten Versuch
- Welche Komponente wird getragen? Öl, Öl-Wasser-Gemisch oder Additivlösung? Notieren Sie Viskosität, Dichte, Additiv- oder Wassergehalt und die Temperatur, bei der verarbeitet wird.
- Wie viel soll getragen werden? Legen Sie ein Verhältnis von Träger zu Komponente fest, statt mit einer freien Menge zu starten. Nur so ist der Versuch später reproduzierbar.
- Was soll die Komponente später tun? Im Produkt wirken, langsam abgegeben werden oder nur bis zur Weiterverarbeitung gebunden bleiben? Die Antwort bestimmt, wie stark beladen werden darf.
- Wie wird dosiert? Wird der beladene Träger abgewogen, volumetrisch gefördert oder von Hand zugegeben? Jede Variante stellt andere Anforderungen an Form und Verhalten.
- Welche Anforderungen stellt das Endprodukt? Funktion, Farbe, Haptik, Dichte und Maßhaltigkeit sollten geklärt sein, bevor die Rezeptur feststeht.
- Wie lagert das beladene Material? Zu prüfen ist, ob die Komponente im Träger bleibt oder bei Druck, Wärme und Zeit austritt.
- Wie wird verpackt und versendet? Behältnis, Gebindegröße und Transportweg entscheiden mit.
- Wie wird entsorgt? Die abfallrechtliche Einordnung des Endprodukts liegt bei Ihnen als Anwender.
- Welche Nachweise braucht der Einkauf? Datenblatt, Prüfbericht, Chargenkonstanz, Sicherheitsdatenblatt.
Ein Prüfweg in fünf Schritten
- Definitionen schriftlich festhalten. Mengen, Verhältnisse, Temperaturen und Einwirkzeiten gehören ins Protokoll, sonst ist kein Ergebnis wiederholbar.
- Beladung im Labormaßstab. Definierte Menge Träger, definierte Menge Komponente, definierte Einwirkzeit. Wiegen Sie vorher und nachher und dokumentieren Sie, ob Restflüssigkeit bleibt.
- Haltevermögen prüfen. Eine Lagerprobe über mehrere Wochen, dazu eine Druck- und eine Temperaturprobe. Entscheidend ist, ob die Komponente im Träger bleibt.
- Prozessnähe testen. Erst wenn der beladene Träger durch Ihre Zuführung, Dosierung und Mischung läuft, wissen Sie, ob das Material zu Ihrer Anlage passt.
- Im Endprodukt bewerten und vergleichen. Prüfen Sie das fertige Produkt und stellen Sie es dem Träger gegenüber, den Sie heute einsetzen.
Drei Stellen, an denen sich die Prozessintegration entscheidet
- Zuführung und Dosierung: Ein loser Faserstoff verhält sich anders als ein verdichtetes Produkt. Klären Sie, welche Förderung und welche Wiegetechnik vorhanden sind.
- Mischen und Verteilen: Zu prüfen ist, ob sich das Material im Ansatz gleichmäßig verteilt und ob es Klumpen, Brücken oder Ablagerungen bildet.
- Reinigung und Taktzeit: Jeder zusätzliche Materialschritt kostet Zeit und Reinigungsaufwand. Rechnen Sie beides in die Bewertung ein.
Vier Missverständnisse aus Anfragen
- "Faservlies ist Granulat." DEUREX PURE ist ein loses Faservlies, kein Granulat und kein Streumittel im klassischen Sinn. Für eine Schüttgutlinie ist das ein wichtiger Unterschied.
- "Die Ölkapazität gilt für alle Medien." 6,55 l je kg sind für Öl belegt. Für andere Komponenten ist die Aufnahme einzeln zu bestimmen.
- "Der Träger muss sich im Produkt auflösen." Nicht zwangsläufig. Trägerfunktion heißt Halten. Ob sich das Material später auflösen soll, ist eine eigene Anforderung.
- "Ein Becherglasversuch genügt." Er liefert die erste Orientierung, ersetzt aber weder Lagerprüfung noch Prozesstest.
Dokumentation, Vertraulichkeit und Vergleich
Für Entwicklungsabteilungen und technischen Einkauf zählen Prüfbarkeit und Dokumentation. Dazu gehören Datenblatt, Sicherheitsdatenblatt und der Prüfbericht zur Ölkapazität. Wir nennen keine Kundennamen und keine konkreten Kundenanwendungen, denn viele industrielle Projekte unterliegen Vertraulichkeitsvereinbarungen. Wenn Sie uns Rezeptur- oder Prozessdaten nennen, behandeln wir diese vertraulich und stellen auf Wunsch vorab eine Vertraulichkeitsvereinbarung.
Muster anfordern und Anwendung gemeinsam prüfen
Beschreiben Sie uns die Komponente, die getragen werden soll, das geplante Verhältnis und die betroffenen Prozessschritte. Nach persönlicher und fachlicher Abstimmung stellen wir Muster von DEUREX PURE bereit und vergleichen das Material kostenlos und unverbindlich mit dem Ölbindemittel, das Sie bisher einsetzen. Den Weg von der ersten Anfrage bis zur Anwendungsprüfung beschreibt die Seite, auf der Sie Anwendung gemeinsam prüfen können.
Kontakt für industrielle Anfragen: kontakt@kps-umwelttechnik.de, Telefon 0176 27580271. Wählen Sie im Formular die Art der Anfrage "Industrielle Anwendung".
Kernergebnisse
- Trägerfunktion heißt Halten und späteres Verhalten der Komponente, nicht Lösen oder Emulgieren.
- DEUREX PURE ist als weißes, loses Faservlies mit 6,55 l Ölaufnahme je kg für Öl belegt (DEKRA-Prüfbericht Nr. 55251253/15). Für andere Komponenten ist die Aufnahme einzeln zu bestimmen.
- Belastbar wird eine Entscheidung erst mit Beladeversuch, Lagerprobe und Prozesstest, nicht mit einem einzelnen Versuch im Becherglas.
